Khiaali
Das Licht in der Dunkelheit
Band 2
Christina M. Goldberger
Klappentext
Der Plan steht fest. Zoe ist bereit für die Mission. Gemeinsam mit Terra möchte sie ihren Bruder Will und Aro retten.
Was würde sie dafür alles aufgeben?
Terra ist Zoes Verbündete. Eine Freundschaft zwischen den beiden ist für alle Beteiligten völlig ausgeschlossen. Und dann fahren die Gefühle auch noch Achterbahn. Aro entfacht das Feuer ihrer Seele. Tom fühlt sich so unendlich nach Heimat an.
Auf ihrer gemeinsamen Reise kommen Zoe und Terra immer mehr hinter die Geheimnisse von Khiaali und dieses Abenteuer bringt auch Terra auf ihre ganz persönliche Reise.
Magische Momente. Mitreißendes Abenteuer.
Ein fremder Planet. Das Buch wartet auf dich.
Schnall dich an und lass dich nach Khiaali entführen.
Khiaali Band 2 - Das Licht in der Dunkelheit
Erscheinungsdatum: 24.September 2025
Genre: Fantasy
Seiten: 302
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
auch als Ebook erhältlich
Khiaali Kids Band 2- Das Licht in der Dunkelheit
Erscheinungsdatum: 24.September 2025
Genre: Fantasy
Seiten: 330
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
auch als Ebook erhältlich
Leseprobe
© 2025 Christina M. Goldberger
Herausgeberin: Christina M. Goldberger
Druck und Vertrieb im Auftrag von Christina M. Goldberger: Buchschmiede von Dataform Media GmbH, Wien
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und der Autorin Christina M. Goldberger unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Eins
∞
»Bleib stehen!«, ruft mir der Mann in meiner Sprache hinterher. Für einen kurzen Moment drehe ich meinen Kopf nach hinten und ich sehe, dass mir die beiden dicht auf den Fersen sind. Sie bekommen keine Antwort von mir, und ich tue auch nicht, was der Fremde von mir verlangt. Wenn ich eins auf Khiaali gelernt habe, dann Folgendes: Die Gefahr lauert hinter jedem schönen Augenblick.
»Wir wollen mit dir reden!«, ergänzt nach einer Weile die Frau noch. Meine Füße jedoch machen keinen Halt. In mir schreit alles, dass sie nicht auf meiner Seite sind. Bloß nicht stehenbleiben!
Einige Manuori drehen sich nach uns um, betrachten argwöhnisch und skeptisch das Katz- und Mausspiel. Ich weiche jedem aus, der mir im Weg steht. Mein Körper ist auf Alarmbereitschaft. Jede einzelne Zelle in mir sagt mir inständig, dass ich in Gefahr bin. Immer schneller und schneller tragen mich die Füße auf der gepflasterten Straße. Ich muss weg von hier. Ich muss mich mit Toruoh verbinden.
Von einer Sekunde zur nächsten fasst mich an meinem Handgelenk eine Hand und zieht mich in das Dunkle eines Höhleneingangs. Ich möchte schreien und mich wehren, doch jemand zieht meine Arme mit einem festen Griff nach hinten und die andere Hand hält meinen Mund zu. Mein Körper arbeitet wieder auf Hochtouren. Alles in mir schreit auf. Ich habe keine Chance, mich zu wehren. Bilder von meiner letzten Entführung tauchen auf. Ich will nicht erneut verschleppt werden. Bitte nicht schon wieder. Angsterfüllt reiße ich meine Augen weit auf. Schweißperlen bilden sich auf meiner Stirn. Ich kann meinen Puls bis hoch zu meinem Hals spüren, in dem sich ein dicker Knoten gebildet hat. Es kommt mir vor, als würde mir die Luft völlig wegbleiben.
»Pssst«, beruhigt mich schließlich eine Stimme, die von der Person hinter mir kommt. Sie löst ihren festen Griff und dreht mich mit einer einzigen schnellen Bewegung um. Ich sehe sie. Ich erkenne sie. Terra.
»Terra, was…?«, beginne ich und komme doch nicht weiter, weil sie ihren Zeigefinger an ihren Mund hält, und mir damit zu verstehen gibt, dass ich nicht sprechen darf. Mein Puls rast noch immer wie verrückt. In Gedanken sende ich beruhigende Worte dorthin. Es fühlt sich an, als würde mein Herz jeden Moment hoch zur Decke springen. Ich zittere am ganzen Körper.
Die junge Frau gibt mir ein Zeichen, dass ich ihr folgen soll. Nickend stimme ich ihr zu und wir gehen in das Finstere der Behausung. Terra öffnet mit Bedacht eine in die Jahre gekommene Tür, die am Ende des Raums am Boden angebracht ist. Eine schmale Treppe aus Holz bringt uns zu einem Tunnelsystem. Unten ist es ebenso dunkel. Ich fokussiere die Finsternis. Meine Augen können kaum etwas wahrnehmen.
»Folge mir«, befiehlt mir Terra in ihrer gewöhnlichen Schroffheit und ich tue, was sie verlangt. Auch wenn wir bisher keine besten Freundinnen waren, vertraue ich ihr. Immerhin hat sie mir nicht nur einmal das Leben gerettet.
»Wo sind Will und Aro?«, rufe ich ihr nach, ohne einen Laut von mir zu geben, doch sie ignoriert meine Frage.
»Hast du etwas Licht dabei?«, flüstert sie stattdessen mir zu. Ich kann sie kaum sehen und verenge angestrengt meine Augen, um ihre Umrisse zu fokussieren. Natürlich, ich habe stets meine Taschenlampe mit. Als ob! Auf der Erde verwendet man in unserem Zeitalter das Smartphone, um eine Taschenlampe einzuschalten – das haben sie mir ja bis jetzt noch nicht zurückgegeben. Wo ist das überhaupt? Ich bekomme mein Smartphone sicher nicht mehr zurück, und wenn doch, könnte ich es nicht mehr benutzen. So viele Tage hält ein Akku auch nicht Stand. Aber im Grunde ist das auch nicht wichtig. Im Moment interessiert mich weder mein Telefon noch die Dunkelheit. Ich will wissen, wo mein Bruder und Aro sind. Immerhin war Terra mit Aro und Mads unterwegs. Dann können die beiden doch nicht weit entfernt sein, oder?
»Du weißt, was ich meine«, hilft mir Terra auf die Sprünge und holt mich zurück aus meinem Gedankenkarussell. Es kommt mir schon vor, als könne sie meine Gedanken lesen.
Licht.
Sie möchte mein Licht sehen, als wüsste sie genau über meine Fähigkeiten Bescheid. In der Zeit, in der ich in König Naels Palast war, habe ich viel trainiert. Großvater Keanu hat mir viele Anweisungen und Tipps per Gedanken gesendet. Licht erzeugen ist für mich mittlerweile ein Kinderspiel.
Kurz schließe ich die Augen, sammle die universelle Energie ein, und stelle mir vor, wie ein goldener Lichtstrahl, bestehend aus unzähligen goldenen Fäden, von meinem Herzen aus zu meinem Zeigefinger fließt. In Sekundenschnelle sehen wir beide das Licht vor uns, wie es eine kleine Kugel oberhalb meines Fingers gebildet hat. Auch wenn ich es schon so oft geübt und gesehen habe, erstaunt mich diese Gabe noch immer. Dankend schicke ich ein Lächeln zurück.
»Geht doch«, meint Terra belanglos und marschiert sogleich mithilfe meines Lichts den Tunnel entlang. Sie ist nach wie vor eine griesgrämige, verbissene Kriegerin. Ich kann es ihr nur schwer recht machen. Schnell muss ich mich beruhigen, bevor ich vor Wut zu kochen beginne. Wir sind noch keine fünf Minuten unterwegs und sie bringt mich schon wieder in Rage.
»Kannst du nicht einfach mal danke sagen?«, entgegne ich ihr forsch und habe Mühe, mit ihrem Tempo mitzuhalten. Meine Nähe scheint sie nicht zu brauchen, denn der Lichtball erhellt den ganzen Tunnel hunderte Meter weit in die Ferne.
»Hast du Will gesehen? Was ist mit Aro und Mads passiert?«, frage ich erneut, weil ich das Gefühl habe, dass sie gerade die Einzige ist, die mir diese Frage beantworten kann. Terra macht kurz einen Halt und blickt mich finster an.
»Wir müssen uns in Sicherheit bringen. Oder willst du, dass uns deine Verfolger zu fassen bekommen?« Sie wartet auf keine Reaktion meinerseits, und dreht sich sofort wieder um, um in schnellen Schritten weiterzugehen.
Terra scheint sich hier auszukennen. Sie weiß genau, welchen Weg wir einschlagen müssen. Die Wege zweigen sich einige Male. Einmal gehen wir nach rechts, dann biegen wir drei Mal nach links ab. Währenddessen bleiben wir beide stumm. Viele Fragen liegen mir auf der Zunge, doch ich wage keine mehr zu stellen. Diese spare ich mir für später auf, falls wir irgendwann aus dieser Dunkelheit rauskommen. Manchmal frage ich mich echt, in welche Situationen ich mich immer bringe, seitdem ich auf diesem Planeten gelandet bin. In dem einen Augenblick ist alles schön und im nächsten Moment kann es sein, dass für mich die letzte Minute geschlagen hat. Doch um ehrlich zu sein, habe ich allein entschieden, mich aus dem sicheren Palast in Khimala zu schleichen.
Wir gelangen wieder zu einer Gabelung und nehmen die rechte Seite. Dann geht es endlos weiter geradeaus, bis wir vor drei verschiedenen Wegen stehen und Terra schnurstracks auf den mittleren zusteuert.
Als mich Keanu hierhergebracht hat, habe ich nicht damit gerechnet, Terra zu begegnen, und ich kann mir auch ehrlich gesagt etwas Besseres vorstellen, als mit dieser unfreundlichen Kriegerin durch einen dunklen Tunnel zu laufen. Wusste Großvater Keanu, dass Terra sich in Ria Manua befindet? Wollte er, dass ich sie treffe? Und wenn ja, weshalb?
Wie aus dem Nichts spüre ich den Wind um mein Gesicht wirbeln. Kommen wir dem Ausgang näher?
Ein paar Schritte noch um eine leichte Biegung und ich erkenne das Tageslicht vor uns. Mein goldener Lichtball zieht sich automatisch zurück. In Gedanken sende ich ein Danke zurück.
Meine Augen haben sich so an die Dunkelheit gewöhnt, sodass ich sie zukneifen muss, als wir vor dem Höhleneingang stehen. Die Sonne begrüßt uns regelrecht mit einem warmen Strahlen. Für eine Weile halte ich meine Hand vors Gesicht und erst, als ich meine Augen ganz aufbekomme, sehe ich, wo wir gelandet sind. Wir befinden uns mitten im Wald und vor uns ragen die hohen Berge von Ria Manua in die Höhe. Der königliche Anblick lässt mich für eine kurze Zeit abschalten und all meine Sorgen vergessen.
»Mason!«, ruft mir Terra in ihrem gewohnt strengen Ton entgegen. Sogleich bin ich mit meinen Gedanken wieder in der Gegenwart.
»Wohin gehen wir?«, frage ich. Ich versuche bewusst, nicht in ihre negative Energie einzutauchen. Terra zeigt mit ihrem Finger auf eine Erhebung. »Wir müssen da hinauf. Dort haben wir erst einmal einen Unterschlupf.« Mein Blick folgt ihrem Finger. Wenn ich so den Berg ansehe, scheint mir der Aufstieg einige Stunden zu dauern. Und wofür? Terra macht sich schon drauf und dran, den Berg zu erklimmen. Entspannt schließe ich meine Augen und achte nicht mehr weiter auf sie. Soll diese Frau doch machen, was sie will. Sie hört sowieso nicht auf mich oder auf jemand anderes. Ich denke an Toruoh, an seine Energie und damit verbinde ich mich automatisch mit ihm. Einatmen. Ausatmen. Entspannen.
Ganz deutlich kann ich fühlen, dass die Nachricht ankommt. Er sieht mich. Er hört mich. Er fühlt mich. Toruoh kommt. Und einen Atemzug später höre ich ihn am Himmel und zugleich wirft er einen Schatten über uns. Ich öffne meine Augen. Terra bleibt ruckartig stehen. Ihr strenger Blick geht zum Himmel hoch. Toruoh setzt vor uns zur Landung an. Kurz bebt die Erde unter uns. Am Boden angekommen, breitet er seine Flügel aus und begrüßt uns mit einem zufriedenen Gurren. Liebevoll lässt er sich seine Nüstern streicheln.
»Sag bloß, das ist deiner!«, wirft Terra entsetzt entgegen und stemmt beide Hände in ihre Hüften.
Ich grinse als Antwort. Ohne etwas zu erwidern, klettere ich auf Toruohs Rücken und warte auf eine Reaktion von Terra. »Worauf wartest du?«, frage ich, weil sie keine Anstalten macht. Kurz zögert die junge Frau, doch dann lässt sie sich von mir hochziehen. Ihre graue Augenfarbe verrät mir, dass sie nervös ist. Ich komme aber nicht dazu, länger darüber nachzudenken, denn Toruoh breitet sogleich seine flauschigen Flügel aus und eine Sekunde später sind wir hoch oben in der Luft.
Wenige Minuten danach setzt Toruoh uns an unserem Ziel ab. Das ging wesentlich schneller als eine Wanderung, die wir in unserer brenzligen Situation nicht beginnen sollten. Wir klettern von seinem Rücken und der Tracoll entspannt sich ein paar Meter entfernt von uns.
Die Aussicht hier ist atemberaubend und der Berg überrascht mich mit einem tiefblauen Bergsee. Nicht weit von hier erblicke ich eine Hütte direkt vor dem glasklaren Wasser, auf die Terra zielgerichtet hinsteuert.
»Warst du schon einmal hier?«, rufe ich Terra zu, während ich ihr hinterherlaufe. Dieses Gefühl lässt mich nicht los.
»Ja«, entgegnet sie mir, ohne mich dabei anzusehen, und geht entschlossen auf die Hütte zu. Mit einer gewissen Beharrlichkeit folge ich ihr. Terra öffnet mit einem Schwung die Tür und holt aus der Hütte zwei Metallflaschen, die sie mit Bergsee-Wasser füllt. Eine davon wirft sie mir entgegen. »Hier trink!«, ruft sie mir zu, und ich tue, was sie mir sagt. Mein trockener Mund vermittelt mir, dass mein Körper dringend Flüssigkeit braucht. Terra durchsucht einige Holzkisten in der Hütte, sie scheint nach etwas Konkretem zu suchen. Sachen fliegen von ihrem Standort aus nach hinten und landen auf dem Boden. Ich spähe hinein und beobachte sie mit einem gewissen Abstand. In einer eisernen Kiste wird sie fündig – was auch immer sie sucht. Mit einer Hand greift sich die Kriegerin auf die linke Bauchhälfte und kneift ihr ganzes Gesicht zusammen. Erst jetzt betrachte ich Terra genauer. Durch ihr dunkles Shirt sickert Blut. Auch ihre Hand ist mit Blut vollgeschmiert. Sogleich gehe ich einen Schritt auf sie zu.
»Hast du dich verletzt?« Meine Frage scheint überflüssig, denn es ist offensichtlich.
»Diese Idioten!«, schimpft Terra nur, während sie mit einer Hand das Verbandszeug aus der Metallkiste kramt.
»Wer hat dir das angetan?«
Terra ignoriert vorerst meine Frage, hebt ihr Shirt hoch und wickelt den alten, blutdurchtränkten Verband von der Wunde. Bei dem Anblick ihrer Verletzung kneife ich die Augen zusammen. Es haben sich tiefe, dunkle Krusten gebildet und die eitrigen Stellen weisen auf eine beängstigende Entzündung hin. Das sieht echt nicht mehr gesund aus. Ich weiß, dass diese Verletzung genäht gehört. Wir brauchen dringend Desinfektionsmittel und vor allem braucht Terra einen Arzt. Aber wo gibt es in Khiaali ein Krankenhaus? Existiert überhaupt ein Krankenhaus auf diesem Planeten?
»Wie lange hast du diese Wunde schon?«, frage ich weiter, und hoffe, dieses Mal eine Antwort zu bekommen.
»Ein paar Tage«, gibt sie mir knapp zu wissen. Ich kann mir gar nicht vorstellen, nur eine einzige Stunde mit solch einem Schmerz leben zu können. Zuhause hätte ich schnell diverse Schmerzmittel parat. Aber hier? Auf diesem Planeten ist es wie im Mittelalter. Da gibt es keinen Rettungswagen oder Hubschrauber, die man zur Hilfe rufen kann. Wie denn auch? Es gibt weder ein Telefon noch ein Mobilnetz. Es ist ein Leben wie vor hundert Jahren!
»Ein einfacher Verband wird da nicht mehr reichen«, meine ich zu wissen. Terra blickt mich nicht an. Ihr harter Gesichtsausdruck zeigt mir, dass sie weder Mitleid noch Hilfe von mir haben möchte. »Lass mich dir helfen«, bitte ich sie schon fast.
»Was willst du? Du weißt wohl immer alles besser!«, schimpft sie.
»Nein«, flüstere ich ruhig. Diese Frau macht mich echt wahnsinnig! Ich atme bewusst ein und aus, um mich von ihrer harten Energie nicht mitreißen zu lassen.
»Ich möchte dir nur helfen, so wie du mir schon mehrere Male geholfen hast.« Ich versuche inständig, ruhig zu bleiben, doch sie macht es mir echt nicht leicht.
Terra gibt mir mit einem Nicken ihre Einwilligung, ohne noch weitere Worte für mich zu verwenden.
»Leg dich nieder«, befehle ich ihr im sanften Ton. In der Hütte steht am Ende des Raums ein schmales Bett, auf dem sie sich niederlässt.
»Entspann dich«, sage ich laut und meine es mehr zu mir selbst als zu Terra. Schützend halte ich meine Hände über ihre verklebte Wunde. Sie hat einen tiefen Schnitt abbekommen. Wer auch immer das war, er meinte es nicht gut mit der Kriegerin.
Meine Augen sind geschlossen und ich stelle mir vor, wie das Licht von meinem Herz aus durch meinen ganzen Körper wandert. Ganz deutlich spüre ich, wo sich die Lichtfäden gerade befinden. Die Körperstelle vibriert. In Gedanken folge ich den Fäden. Sie wandern hoch zu meinem Gesicht und über die Stirn hinaus. Weitere Lichtfäden fließen durch Arme und Beine. Ich bin tief verwurzelt mit der Natur. An meinen Handflächen kann ich schließlich das Licht sehen. Meine Gedanken sind bei Terras Wunde, und ich stelle mir vor, wie das goldene Licht in ihre Wunde strömt und jede einzelne verletzte Zelle damit versorgt und geheilt wird. Mein Atem ist ruhig und ich passe damit automatisch den Atem von Terra an meinen an. In diesem Moment sind Terra und ich miteinander verbunden. Wir teilen uns die Energie, mit der sie Heilung findet. Ganz deutlich kann ich fühlen, wie sie von dem universellen Licht geheilt wird. Wie durch Magie verschließt sich die Wunde und hinterlässt keinerlei Spuren. Alles sieht aus wie neu und der Schmerz ist verschwunden.
»Danke«, wispert Terra mir zu und ich lächle zufrieden.